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Zahlreiche Investoren­anfragen bei Unister - Generalstaats­an­waltschaft ermittelt wegen Betrugverdachts

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Unister-Insol­venz­ver­walter verbucht zahlreiche Inves­to­ren­an­fragenDer vorläu­fige Unister-Insol­venz­ver­walter Lucas Flöther sieht sich bei der Sanie­rung des Inter­net­un­ter­neh­mens unter Zeitdruck. Im Online-Geschäft sei der Zeitfaktor entschei­dend, sagte Flöther der "Wirtschafts­woche". "Unister braucht rasch einen Investor, aber wir werden auch keinen Notver­kauf durch­führen." Zu Unister gehören mehr als 40 Inter­net­por­tale, darunter auch fluege.de und ab-in-den-urlaub.de. Am Montag meldete die Holding Insol­venz an, am Dienstag folgte mit der Urlaubs­tours GmbH die erste Unter­neh­mens­tochter. Kurz zuvor war der Firmen­gründer Thomas Wagner bei einem Flugzeug­ab­sturz in Slowe­nien ums Leben gekommen.Wagners Maschine war aus Venedig gekommen, mit an Bord waren neben dem Piloten ein weiterer Unister-Gesell­schafter, ein 65-Jähriger und der Pilot. Nach Unister-Angaben war Wagner in Venedig zu Gesprä­chen mit mögli­chen Inves­toren in die italie­ni­sche Stadt geflogen.Ehema­liger Finanz­chef vermutet Geldwä­scheIm Zusam­men­hang mit der Reise vermutet Unister-Mitge­sell­schafter Daniel Kirchhof krimi­nelle Handlungen. Sein Verdacht reiche "bis hin zur Geldwä­sche", sagte er am Mittwoch in Leipzig der Deutschen Presse-Agentur. "Die Frage ist, welches Geld ist es gewesen und woher kommt es", sagte er mit Bezug auf die am Absturzort gefun­denen 10.000 Schweizer Franken. Über seinen Anwalt habe er Straf­an­zeige wegen des Verdachts der Untreue gegen Unbekannt erstattet. Kirch­hoff, der bis Anfang 2015 Unister-Finanz­chef war, zeigte sich von der Reise Wagners nach Italien und den Todes­um­ständen erschüt­tert. "Was da passiert ist, ist skurril. Für mich ist das völlig unplau­sibel." Venedig sei für Finanz­ge­schäfte kein typischer Standort. Und dass "man große Mengen Bargeld herum­fährt", habe es früher nie gegeben. Wagner hatte sich nach Unter­neh­mens­an­gaben in Venedig mit poten­zi­ellen Inves­toren getroffen. Über die Hinter­gründe des Termins gibt es keine gesicherten Erkennt­nisse.Wagner wurde offenbar betrogenNach Angaben der Polizei im slowe­ni­schen Nova Gorica wurden bei Wagner Dokumente gefunden, aus denen hervor­geht, dass der 38-Jährige in Italien um eine "größere Geldsumme" betrogen worden sein könnte. Einzel­heiten nannte die Polizei zunächst nicht. Wagner hatte in Venedig Anzeige erstattet. Die Staats­an­walt­schaft der italie­ni­schen Stadt koordi­niere die Ermitt­lungen in dem Fall, erklärte die Polizei am Mittwoch. Gegen wen Anzeige erstattet wurde und warum, sagte der Sprecher nicht.Es werde laut Flöther derzeit geprüft, ob es sich bei dem am Absturzort gefun­denen Geld um Unter­neh­mens­ver­mögen handelt. "Tatsäch­lich klingt der Vorgang für mich eher nach einem Krimi als nach einem klassi­schen Insol­venz­fall", so der Insol­venz­ver­walter im Inter­view mit der "Wirtschafts­woche".Unister soll als Ganzes verkauft werden - Gebuchte Reisen sind sicherFlöther nannte als einfachste und effek­tivste Lösung, Unister als Ganzes zu verkaufen sowie einen Investor zu finden, der auch die Holding­struk­turen übernehme. "Aber letzt­lich sind auch andere Lösungen denkbar." Flöther zeigte sich optimis­tisch, rasch eine Lösung zu finden: "Bereits inner­halb der ersten 24 Stunden hat sich eine hohe zweistel­lige Zahl poten­zi­eller Inves­toren bei mir gemeldet, die sich für das Unter­nehmen als Ganzes oder für Teile inter­es­sieren", sagte er.So schnell wie möglich will sich Flöther nun einen Überblick über den Konzern verschaffen und die Unter­ge­sell­schaften durch­leuchten. Er kündigte zudem an, Werbe­ver­träge mit Fußball­stars wie Michael Ballack und Rainer Calmund unter die Lupe zu nehmen. Unter­nehmen und Flöther versi­cherten, dass bei Buchungen über die Unister-Reise­por­tale kein Risiko für Kunden bestehe. "Wir können jetzt sicher­stellen, dass alle Buchungen über die Reise­por­tale von Unister sicher sind", hieß es. (dpa)Staats­an­walt­schaft ermit­telt wegen Betrug­ver­dachtsDie Dresdner General­staats­an­walt­schaft hat nach dem Tod von Unister-Gründer Thomas Wagner ein Ermitt­lungs­ver­fahren einge­leitet. Es werde wegen des Verdachts des Betrugs ermit­telt. Das berichtet Spiegel Online.Der Spiegel speku­liert, dass sich Wagner auf den Weg nach Venedig machte um dort frisches Geld für sein Unter­nehmen zu bekommen. Die Rede ist von rund zehn Millionen Euro. Im Gegenzug sollte er einem venezia­ni­schen Geschäfts­mann eine Sicher­heit von mehr als einer Million Euro übergeben. Zwar wurden die Koffer getauscht, aber leider nicht gecheckt. Denn statt der erhofften zehn Millionen befanden sich darin nur 10.000 Schweizer Franken. Wagner erstat­tete in Venedig Anzeige - einen Tag später verun­glückte er tödlich bei einem Flugzeug­ab­sturz.