Zastrow gegen Mindestlöhne
Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und sächsische Liberalen-Chef Holger Zastrow hat seine Partei geraten, in der Mindestlohn-Debatte nicht vor der aktuellen Stimmung in der Öffentlichkeit zu kapitulieren. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Zastrow, bisher habe ihn noch kein Modell überzeugt. Er rate seiner Partei, Vernunft und wirtschaftlichen Sachverstand nicht einer politischen Stimmung zu opfern. Stattdessen sollten die Liberalen darüber nachzudenken, wie man die Arbeitnehmerrechte in sittenwidrig handelnden Unternehmen wirksam stärke. Dagegen hatte FDP-General Patrick Döring branchen- und regionalorientierte Lohnuntergrenzen als "unvermeidlich" bezeichnet. Zastrow bewirbt sich auf dem bevorstehenden FDP-Bundesparteitag wieder um das Amt eines von drei stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden. Er wird es, so die LVZ, mit einer Gegenkandidatur der bisherigen FDP-Vize Birgit Homburger zu tun bekommen. Zastrow bekräftigte seine neuerliche Kandidatur: Er wolle darauf achten, dass marktwirtschaftliche Überzeugungen Maßstab der FDP bleiben und die Liberalen als Schutzpatron der berufstätigen Mitte und der Steuerzahler einer weit um sich greifenden Staatsromantik etwas entgegensetzen.