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Zerstückelte Tote im Baggersee Leipzig: Angeklagter gesteht

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Im Prozess um zwei zerstü­ckelte Leichen in einem Leipziger Baggersee hat der Angeklagte gestanden, ein Ehepaar getötet und in dem See versenkt zu haben. Voraus­ge­gangen sei im vergan­genen Sommer ein heftiger Streit um Geld in der Wohnung des 32 und 37 Jahre alten Paares, hieß es am Montag in einer Erklä­rung des 37-Jährigen vor dem Landge­richt Leipzig, die sein Vertei­diger verlas. Demnach schlug der Angeklagte zuerst mit einem Hammer auf seine Opfer ein, dann stach er mit einem Messer zu. Zuvor habe er zehn Flaschen Bier und eine halbe Flasche Wodka getrunken sowie fünf Joints geraucht. Zunächst habe er die Leichen in der Wohnung liegen lassen, dann sei ihm am folgenden Tag die Idee gekommen, sie in einem See zu versenken. Zu diesem Zweck zerstü­ckelte er sie laut Erklä­rung, steckte die Teile in Säcke und trans­por­tierte sie in Reise­kof­fern zu dem Gewässer. Die Koffer habe er später mitsamt Hammer, Messer und seinen Schuhen in einem Gebüsch entsorgt. Nach seiner Verhaf­tung habe er die Polizei zu der Stelle geführt. Der Mann stammt wie seine Opfer aus Tunesien. Die drei kannten sich, der mutma­ß­lich Täter wohnte teilweise bei dem Paar. Bei dem Streit sei es um noch ausste­henden Lohn für Arbeiten auf einer Baustelle gegangen, hieß es in der Erklä­rung. Außerdem habe ihn das 37 Jahre alte spätere Opfer immer öfter belei­digt und beschimpft. Der Mann ist wegen Mordes, Raubes und Störung der Toten­ruhe angeklagt. Er soll das Paar aus Habgier umgebracht haben. Der Erklä­rung zufolge entwen­dete er keine wertvollen Gegen­stände aus der Wohnung. In dem Prozess sind Verhand­lungs­tage bis Mitte Juli angesetzt. Laut Staats­an­walt­schaft leidet der Angeklagte unter anderem an einer Persön­lich­keits­stö­rung und einer posttrau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung. Mögli­cher­weise ist er deshalb nur vermin­dert schuld­fähig. (dpa)