Zugunglück in Hosena: Stellwerker tot aus Trümmern geborgen
Traurige Gewissheit in Hosena bei Senftenberg: Der vermisste Stellwerksarbeiter ist tot. Der 54-Jährige wurde aus den Trümmern des Stellwerks geborgen. Ein Seelsorger kümmere sich um die Angehörigen, sagte eine Polizeisprecherin unserem Sender. Gestern Abend waren in Hosena zwei Güterzüge zusammengestoßen. Waggons kippten auf das Gebäude. Bei dem Unglück wurde ein Lokführer schwer verletzt, der andere erlitt einen Schock.
Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei wartete ein unbeladener Güterzug auf dem Bahnhof vor einem Haltesignal. Einige Waggons im hinteren Zugteil ragten in einen Weichenbereich hinein. Der entgegenkommender Zug, der mit Schotter beladen war, stieß seitlich gegen diese Waggons. Durch die Wucht das Aufpralls verkeilten sich etwa sechs Wagen und stürzten um. Sie wurden gegen das Stellwerk geschleudert, das daraufhin einstürzte.
Der Streckenabschnitt Hoyerswerda - Ruhland bleibt bis auf weiteres gesperrt. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Wann die Strecke wieder freigegeben wird, ist noch unklar.
Anwohner berichteten unserem Sender von starken Erschütterungen. "Es war wie ein Erdbeben", sagte eine Frau. Die Unglücksstelle wurde weiträumig abgesperrt. Bundespolizei und Bundeseisenbahnamt haben die Ermittlungen aufgenommen.