- Laut Polizei beteiligten sich trotz hoher Temperaturen etwa 1400 Menschen an der Demo.
- Mehrere Umweltverbände hatten zu der Demo am Donnerstagabend aufgerufen.
1400 Demonstranten, 2 Petitionen und über 10.000 Unterschriften gegen Waldrodung für RB Leipzig
Trotz Hitze (etwa 35 Grad) haben sich am Donnerstagabend etliche Menschen auf den Weg zum Capa-Wäldchen neben der Leipziger Kleinmesse gemacht, um gegen die dort geplante Rodung zu demonstrieren - die Polizei zählte rund 1400 Teilnehmer, der Umweltbund Ökölöwe Leipzig als einer der Mitorganisatoren über 2000. Sie trafen sich am Wald und zogen mit jeder Menge Transparenten lautstark an der Geschäftsstelle von RB Leipzig vorbei bis zum Lindenauer Markt.
Darum geht´s
Seit Jahren wird eine Lösung gesucht, damit RB Leipzig sein Trainingsgelände erweitern und die Kleinmesse an seinem historischen Standort, dem Festplatz, bleiben kann. Vor zwei Wochen präsentierte die Stadtverwaltung einen Vorschlag, der DIE Lösung sein soll. Das knapp 6 Hektar große Waldstück westlich der Kleinmesse soll an den Bundesligisten verkauft werden. Damit der es nutzen kann, müssten natürlich die Bäume weg. Die Stadt schlägt dafür Ersatzpflanzungen vor.
Die Argumente der Rodungs-Gegner
Gegen die Pläne hat sich mittlerweile ein großer Protest formiert. Nicht nur, dass die Abholzung von Wald in Zeiten von Klimawandel ein No-Go sei. Vielmehr sei das betroffene Waldgebiet auch ein wichtiges Verbindungsstück für den Auwald. Und dort gebe es aktuell 36 brütende Vogelarten sowie durchstreifende Wildkatzen - um nur einige der Argumente zu nennen.
Zwei Petitionen gegen die geplante Abholzung
Mittlerweile werden sogar bei zwei Online-Petitionen Unterschriften gegen die Rodung gesammelt. Die eine haben bereits knapp 6.000 Menschen unterschrieben, die andere rund 4.500. Gesammelt wird weiterhin. Und der Protest zeigt Wirkung: Die Stadt hat ihren Beschlussvorschlag mittlerweile von der Tagesordnung des Leipziger Stadtrates für kommende Woche (1. Juli) genommen. Mehrere Fraktionen haben zwar Zustimmung signalisiert, jedoch auch Gesprächsbedarf.
Missachten RB und Stadt alten Kompromiss?
Der Co-Vorsitzende der Regionalgruppe Leipzig vom BUND, Martin Hilbrecht, erklärte außerdem bei der Demo: „Der eigentliche Kompromiss fand bereits 2011 statt, als wir dem eh schon kritischen Standort zur Errichtung des jetzigen Trainingszentrums zugestimmt haben, unter der Bedingung, dass sich als Ausgleichsfläche das jetzt bedrohte Wäldchen frei entwickeln kann. Wir appellieren eindringlich an RB Leipzig, sich an die Kompromisslösung zu halten und die eigenen Nachhaltigkeitsziele auch hier konsequent umzusetzen.“
Bereits im Klimaschutzbeirat sei das Vorhaben am Mittwoch mehrheitlich abgelehnt worden. Ein Alternativstandort für die Kleinmesse in der Richard-Lehmann-Straße sei denkbar, komme aber für die Stadt wegen hoher Kosten nicht infrage.„ Der BUND sei jedoch davon nicht überzeugt. “Angesichts des fortschreitenden Klimawandels können wir uns einen weiteren Waldverlust im Stadtgebiet nicht leisten„, erklärt Vorstandsmitglied René Quittenbaum. “Jeden Euro, den wir durch den Verkauf einnehmen, wird uns in Zukunft ein Vielfaches kosten.„
Hilbrecht erklärte außerdem, dass man im Zweifel gegen die Pläne klagen werde: “Das haben wir bereits erfolgreich beim Hambacher Forst durchgesetzt und den Wald somit gerettet.„ Bundesligist RB Leipzig hölt sich aus der ganzen Diskussion übrigens bisher raus und will sich Medienberichten zufolge bisher nicht dazu äußern, weil das Sache der Stadt sei. Das Waldstück befindet sich ja tatsächlich auch (noch) im Besitz der Stadt Leipzig.

