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Urteil im Unister-Betrugs-Prozess – Angeklagter zu fast vier Jahren Haft verurteilt

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Im Prozess um den Betrug an Unister-Gründer Thomas Wagner ist der angeklagte Vermittler des so genannten Rip-Deals vom Landge­richt Leipzig zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verur­teilt worden. Es sprach den 69-Jährigen aus Unna (Nordrhein-Westfalen) am Dienstag des vorsätz­li­chen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig. Er hatte das Geschäft mit Wagner und in einem zweiten Fall mit einer Archi­tektin aus Nordrhein-Westfalen sowie einem angeb­li­chen israe­li­schen Diaman­ten­händler einge­fä­delt. Den Opfern wurden im Juni vergan­genen Jahres statt verspro­chener Millionen-Kredite Falsch­geld angedreht. Angeklagter wusste nichts von der Notlage der OpferAls straf­mil­dernd wertete das Gericht, dass der Verur­teilte nicht vorbe­straft ist. Außerdem habe er - anders als die General­staats­an­walt­schaft Dresden ihm vorge­worfen hatte - die Notlage der beiden Opfer nicht ausnutzen können, da er nicht von ihren finan­zi­ellen Notlagen gewusst habe. Er habe im Laufe des Prozesses Teilge­ständ­nisse abgelegt und Reue hinsicht­lich des Flugzeug­ab­sturzes gezeigt, bei dem im Sommer 2016 nach der Geldüber­gabe neben Wagner drei Menschen ums Leben kamen. Der Dresdner Staats­an­walt hatte am Morgen fünfein­halb Jahre Haft gefor­dert. Das Höchstmaß für den Straf­tat­be­stand sind zehn Jahre Freiheits­strafe. Insge­samt verloren Wagner und die Archi­tektin etwa 1,6 Millionen Euro, die sie dem angeb­li­chen Diaman­ten­händler als Sicher­heit für ihre erhofften Darlehen übergaben. Deswegen sei auch der Tatbe­stand des beson­ders schweren Diebstahls erfüllt, befanden die Richter. Der Verur­teilte hatte zuvor ausge­sagt, nichts von dem Falsch­geld gewusst zu haben. Er beteu­erte am Diens­tag­morgen, er habe in seinem Leben noch nie jemanden betrogen. „Es tut mir unheim­lich Leid, was da passiert ist.“ Der Unister-Gründer Wagner stürzte nach der Geldüber­gabe in Italien im vergan­genen Sommer auf der Rückreise nach Leipzig mit einem Klein­flug­zeug ab. Das Internet-Unter­nehmen meldete unmit­telbar danach Insol­venz an. (dpa)